Blind Spots in the Sun

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Videoinstallation "Rudolf Duala Manga Bell Duala Manga Bell - eine deutsche Geschichte" im MARKK Museum Hamburg

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Artist Talk: Henrik Langsdorf im Gespräch mit Prinzessin Marilyn Douala Manga Bell 
MARKK Museum Hamburg 

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Sprache und Rassismus -und warum wir darüber sprechen müssenVortrag von Prof. Dr. Susan Arndt
livestream

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Initiative Side by Side und der Stadt Kassel

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Petition zur Rehabilitierung
von Rudolf Duala Manga Bell 

Blind Spots in the Sun ist eine Reihe von Kunstinterventionen, die sich mit Kolonialismus, kollektivem Gedächtnis und Rassismus in Deutschland beschäftigen.
Der Name Blind Spots in the Sun leitet sich von dem Satz “Auch wir fordern unseren Platz an der Sonne” ab, mit dem der deutsche Außenminister Bernhard von Bülow 1897 die Kolonialpolitik des Kaiserreichs beschrieb. Er spielt auch auf die vielen blinden Flecken an, die es im deutschen Bewusstsein angesichts dieses Kapitels seiner Geschichte gibt, und wie es dazu beigetragen hat, eine subtilere Form des Rassismus in der deutschen Psyche zu verankern, die bis heute virulent ist. Rassismus wird oft ausschließlich mit rechtsextrem gleichgesetzt. Er fängt aber schon da an, wo man Menschen wegen ihrer Hautfarbe stereotypisiert.
Die große Mehrheit ist sich gar nicht bewußt, dass dies bereits eine Form von Rassismus ist und verletzend sein kann. Der Effekt sind unbewusste Ausgrenzung und Mikro-Aggressionen.

Blind Spots in the Sun versucht, diese blinden Flecken durch künstlerische Interventionen offenzulegen und zum Nachdenken anzuregen. Wir wollen dazu beitragen, dass der Rassismus-Begriff weiter gefasst wird, und dass die weisse Mehrheitsgesellschaft in Deutschland, die sich ja nicht als rassistisch begreift, sich aktiver auseinandersetzt mit weniger sichtbaren Formen des Rassismus und mehr Verantwortung übernimmt, in dem das eigene Verhalten kritisch reflektiert wird.

Die INTERNATIONALE WOCHEN GEGEN RASSISMUSfinden jährlich rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März statt, der an die blutige Niederschlagung eines friedlichen Protests im Jahre 1960 gegen die diskriminierenden Passgesetze des Apartheid-Regimes in Südafrika erinnert.

In den Pässen der Schwarzen Menschen wurden damals Informationen über Herkunft, Aussprache, Farbe und Struktur der Haare, Fingernägel und Lippen dokumentiert. Das Ziel: Menschen zu klassifizieren, zu sortieren und Gruppen zuzuteilen, um sie dann zu trennen und zwangsumzusiedeln.

30 Jahre nachdem Asylsuchende im „Sonnenblumenhaus” in Rostock-Lichtenhagen um ihr Leben fürchten mussten, 30 Jahre nachdem in Mölln bei einem rassistischen Brandanschlag zwei junge Mädchen und eine Frau aus der Türkei ums Leben kamen und 10 Jahre nach dem Ende der Mordserie des NSU ruft die Internationale Woche gegen Rassismus dazu auf, nicht zu vergessen und unter dem Motto „Haltung zeigen” gegen abwertende Äußerungen und Handlungen eindeutig Position zu beziehen.

13. MÄRZ, 18:00–20:00, IM RURUHAUS, AM FRIEDRICHSPLATZ
Startveranstaltung

Begrüßung von Charlene Hackley

Live-Musik-Performance von Palaver Rhababa
Ein Palaver ist ein Treffen, bei dem man sich austauscht, um
nach und nach mehr Verständnis füreinander zu entwickeln und gemeinsam zu einem guten Ergebnis zu kommen. Rhababa ist
eine Mischung aus Rhabarber (dem mitteleuropäischen Gemüse) und Rababa (ein Streichinstrument der Beduinen). Das kann zu Mischverständnissen führen! Palaver Rhababa mischt auch sonst gerne: Unter diesem Namen treffen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, um zusammen zu musizieren – Flüchtlinge, Migranten, Einheimische. Wir zeigen einander unsere Musik. Wenn wir sie
dann miteinander spielen, verändert sie sich auch und es entsteht etwas Neues. Palaver Rhababa mischt regelmäßig bei der Offenen Bühne Weltmusik im Stadtteilzentrum Wesertor mit. Musik schlägt Brücken!
Live-Musik-Performance von viaDem
viaDem ist eine Kasseler Musikgruppe, die seit Frühjahr 2012 besteht. Musikerinnen und Musiker verschiedener musikalischer und kultureller Herkunft vereinen in ihrem Repertoire in liebevoller Liason Folk, Chanson und Pop von Orient bis Okzident.


14.–27. MÄRZ, IM RURUHAUS
Treppenstr. Ecke Obere Königstr. 

„Was ihr nicht seht“ Schaufenster-Ausstellung von Dominik Lucha Gemeinsam mit hunderten Schwarzen Menschen in Deutschland macht Dominik Lucha sichtbar, was oft ungesehen bleibt: „Was ihr nicht seht!“ thematisiert auf eindrückliche und zugängliche Weise den Alltagsrassismus, den Schwarze Menschen und People of Color in Deutschland erleben. Dominik Lucha kommt aus Ravensburg, lebt in Berlin und arbeitet hauptberuflich als Medienproduzent. Mit dem Account kamen zahlreiche Anfragen und Projekte, die „Was ihr nicht seht!“ langfristig weiterentwickeln.
„Was wir erlebt haben, wissen viele sicher nicht, weil man es nicht sieht. Daher der Name ‚Was ihr nicht seht!‘. Ich will mit dem Projekt Menschen zum Nach- und Umdenken bringen. Ich hoffe, dass weiße Menschen verstehen — und hoffentlich gemeinsam mit uns für eine anti-rassistische Zukunft kämpfen.“ Dominik Lucha

16. MÄRZ, 18:30, ONLINE
"Avrupa’da yükselen ırkçılık kıskacındaki Kürtler ve Avrupa ülkelerine zorunlu göç" Vortrag von Bedia Özgökçe Ertan. Anmeldung erforderlich durch eine E-Mail an Kara@diekopiloten.de (auf Türkisch ohne Übersetzung)
Online sunuma katılmak isteyenler kısaca kendilerini isim ve soyisimleriyle tanıtarak kara@diekopiloten.de email adresi üzerinden iletişime geçebilirler.
Bedia Özgökçe Ertan, zor koşullarda çalışan bir kadın hakları avukatı, insan hakları aktivistidir. HDP‘de iki dönem milletvekiligi
yapan Özgökçe, daha sonra Van Büyükşehir belediye eşbaşkanı olarak seçilmiş, ancak hukuksuz kayyum atamalarısonucunda bugün sürgüne mecbur edilmiş bir anne ve bir kadındır. Bedia Özgökçe Ertan bu konuşmasında; çözümsüzlük politikalarına mahkum
edilen Kürt halkının mücadelesini, Avrupa’da göçmenlere yönelik yükselen ayrımcılık politikasını ele almakta ve Kürt halkını zorunlu göçe zorlayan ırkçı yaklaşımının AB güç politikaları ile yeniden nasıl üretildiğine değinmektedir.


18. MÄRZ, 19:00, IM SAAL IM STADTTEILZENTRUM WESERTOR, WESERSTRASSE 26
„Jeder Mensch ist ein Rassist!? – Everyone is racist!?“
Ausgehend vom provozierenden Satz des Titels wollen wir uns in verschiedenen Formaten über Alltagsrassismen austauschen. Schließlich wenden wir uns der Frage zu, was ein sinnvoller Ausweg, eine Lösung und Zielsetzung sein kann.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.

20. MÄRZ, 15:00, IM RURUHAUS 
 Obere Königstr. 46, Eingang Treppenstr.

Movie Screening: „Rudolf Duala Manga Bell – eine deutsche Geschichte“ von Henrik Langsdorf in Kooperation mit Kasseler Initiative Blind Spots in the Sun.
Rudolf Duala Manga Bell war ein kamerunischer König währen der deutschen Kolonialzeit, der aufgrund seines Widerstandes gegen den Kolonialismus von den Deutschen ermordet wurde. Heute ist Rudolf Duala Manga Bell ein Nationalheld in Kamerun. Unsere Initiative arbeitet mit seiner Urenkelin der Prinzessin Marilyn Douala Manga Bell und seinem Urgroßneffe Jean-Pierre Félix-Eyoum zusammen. Blind Spots in the Sun ist eine Reihe von Kunstinterventionen, die sich mit Kolonialismus, kollektivem Gedächtnis und Rassismus in Deutschland beschäftigen.


20. MÄRZ, 14:00–16:00, TREFFPUNKT VOR DEM STÄNDEHAUS, STÄNDEPLATZ 6–12
Interkultureller Spaziergang des Runden Tischs der Religionen Kassel Vom Ständehaus über die Treppenstraße, das Rathaus und
den Friedrichsplatz führt uns der Weg zum Weinberg und dabei durch besonders spannende, aber bisweilen auch bedrückende Epochen der Kasseler Stadtgeschichte. Mit dabei sind historische Artefakte und Rekonstruktionen sowie jede Menge Geschichten aus der Geschichte. Die Exkursion findet bei jedem Wetter außer bei Gewitterwarnung statt. Es gelten die Corona-Regeln für den Außenbereich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

20. MÄRZ, 15:00, AUF DEM BOLZPLATZ IM NORDSTADTSTADION
Turnier „Street against Racism“ von Streetbolzer
Die Streetbolzer werden ein Turnier auf dem Bolzplatz im Nordstadtstadion organisieren. Das Turnier wird unter dem Motto "Street against Racism" ausgespielt.
Die Anmeldung für das Turnier kann entweder vor Ort stattfinden oder vorab über unseren Instagram-Kanal: @streetbolzer

23. MÄRZ, 15:00–18:00, IM JUGENDZENTRUM „ALTE SCHULE WALDAU“
„Starke Pose!“ Bewegungs- und Theater-Workshop von Studio Lev Kassel e.V. und dem Jugendzentrum „Alte Schule Waldau“. Kostenlos. Ihr solltet zwischen 13 und 20 Jahren alt sein (wir empfehlen, dass ihr euch bequeme Kleidung mitbringt).
Anmeldungen bis zum 16. März bei vanessa.schwarz@kassel.de


23. MÄRZ, 19:30–21:00,
NEUE BRÜDERKIRCHE, WESERSTRASSE 26

„Was ist Rassismus? Und was kann man dagegen tun?“ Workshop, Der Begriff Rassismus kann enger und weiter verstanden werden. Wir schauen uns verschiedene Verwendungsweisen an. Interreligiös organisiert von: Islamisches Zentrum Kassel, Katholisches Dekanat Kassel, Ev. Hoffnungskirchengemeinde.


24. MÄRZ, 19:30, IM RURUHAUS 
Obere Königstr. 46, Eingang Treppenstr.

Movie Screening: „Rudolf Duala Manga Bell – eine deutsche Geschichte“ von Henrik Langsdorf in Kooperation mit Kasseler Initiative Blind Spots in the Sun.

25. MÄRZ, 18:00, IM STADTMUSEUM KASSEL,
STÄNDEPLATZ 16 (HALTESTELLE WILHELMSSTRASSE/STADTMUSEUM)
Buchvorstellung: „Migrantischer Feminismus geht weiter!”
Das vorgestellte Buch unternimmt eine Neuschreibung feministischer Bewegungen in Deutschland aus der Perspektive der politischen Selbstorganisierung migrantisierter Frauen*. Anhand von Erzählungen von Zeitzeug:innen und Archivmaterial wird die These widerlegt,
dass die 1990er Jahre eine „stille Zeit“ in der Frauen:bewegung Deutschlands war. Die 1980er und 1990er Jahre waren der Höhepunkt in der politischen Selbstorganisierung von Migrant:innen, Schwarzen Frauen*, Sinti:zze und Romn:ja, exilierten und jüdischen Frauen* in der Bundesrepublik und damit eine „geräuschvolle“ Zeit!
Referentinnen: Encarnación Gutiérrez Rodríguez, Pınar Tuzcu (Hg.innen) und Behshid Najafi (Mitwirkende am Buch).
Veranstalter:innen: Frauentreff Brückenhof e. V. und Stabsstelle „Amt für Chancengleichheit” der Stadt Kassel.
Anmeldung bis 23.03.2022 unter chancengleichheit@kassel.de
oder 0561 787-7069. Vor der Veranstaltung wird über die aktuellen Bedingungen wegen der Corona-Pandemie informiert.

26. MÄRZ, 15:00, IM RURUHAUS
Obere Königstr. 46, Eingang Treppenstr.

Movie Screening: „Rudolf Duala Manga Bell – eine deutsche Geschichte“ von Henrik Langsdorf in Kooperation mit Kasseler Initiative Blind Spots in the Sun.

SURPRISE, SURPRISE!
Die Vielfaltsbotschafter*innen vom Sozialen Friedensdienst Kassel e.V. werden die internationalen Wochen gegen Rassismus begleiten mit Straßenaktionen in der Kasseler Innenstadt. Wann, wie und was – lass Dich überraschen! Aber sei aufmerksam!

Rudolf Duala Manga Bell

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,


nun ist es soweit, der Tag ist gekommen, an dem wir die Rehabilitierung von Duala Manga Bell und Ngoso Din fordern! Unsere Petition ist an die deutsche Bundesregierung adressiert. Ich bitte euch, dieses Anliegen mit eurer Unterschrift zu unterstützen.

Dafür sendet ihr eine E-Mail an die Adresse: Rehabilitate_King_Bell@posteo.de.In eurem Schreiben sollt ihr eure Zustimmung zum Ausdruck bringen, zum Beispiel mit dem Satz: „Ich unterstütze die Forderung nach der Rehabilitierung von Duala Manga Bell und Ngoso Din“. Gebt dann euren vollständigen Namen an. Danach müssen Sie auch Ihre Zustimmung zur Veröffentlichung geben, da die Petition öffentlich wird.

Sendet bitte diese Petition auch an eure Freund*innen und all die Leute, die mitmachen können. Die Chancen, dass unsere Petition Erfolg hat, sind bei der jetzigen deutschen Bundesregierung so gut wie noch nie zuvor.


Vielen Dank für eure Unterstützung!
Jean-Pierre Félix-Eyoum


Petition an die deutsche Bundesregierung

Rehabilitierung von Rudolf Duala Manga Bell und Ngoso Din

Wir fordern die Bundesregierung auf, Rudolf Duala Manga Bell und Ngoso Din zu rehabilitieren. Diese wurden am 8. August 1914 im heutigen Douala/Kamerun von der deutschen Kolonialregierung hingerichtet. Bereits damals wurde von einem Justizmord gesprochen. In einem Hintergrundartikel in DIE ZEIT wurde der damalige Skandal unlängst ausführlich rekapituliert.

In einem Scheinverfahren wurden König Bell und sein Vertreter Ngoso Din wegen angeblichen „Hochverrats“ am 8. August 1914 auf Befehl des deutschen Gouverneurs Karl Ebermeier im Innenhof der deutschen Polizeistation in Douala gehängt. Die Anklage war unbegründet und ein konstruierter Vorwand zur Eliminierung kolonialen Widerstands. Selbst nach damaligen Standards ignorierte das Verfahren Grundsätze unabhängiger Justiz.
Bis heute weigert sich die deutsche Regierung, die Unschuld der Hingerichteten anzuerkennen. Wir fordern von der Bundesregierung die umgehende Rehabilitierung von Rudolf Duala Manga Bell und Ngoso Din als ersten Schritt zur Aufarbeitung des kolonialen Unrechts in Kamerun.

Initiator/innen:
Prinzessin Marilyn Douala Manga Bell
Jean-Pierre Félix-Eyoum
PD Dr. Stefanie Michels
Christian Bommarius
Prof. Dr. Henning Melber
Prof. Dr. Matthew Fitzpatrick
Gabriel Schimmeroth
Thomas Fues

Kontakt: Christian Bommarius, Berlin
Unterschriften bitte an: Rehabilitate_King_Bell@posteo.de

Podiumsdiskussion

InKooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e.V. und Blind Spots in the Sun fand am 3. September 2021 im ruruHaus der documenta fifteen in Kassel eine Podiumsdiskussion zu den Themen Kolonialgeschichte und Anti-Schwarzen-Rassismus in Deutschland statt. Ein besonderer Fokus lag auf der Debatte um die Rehabilitierung von Rudolf Duala Manga Bell, der Opfer eines Justizmords seitens der deutschen Kolonialregierung in Kamerun war und dessen Nachfahren Prinzessin Marilyn Duala Manga Bell und Jean-Pierre Félix Eyoum mit auf dem Podium sassen.

Hier ein link zum Mitschnitt in voller Länge

Die Teilnehmer*Innen:

Mo Asumang ist Filmregisseurin, Fernsehmoderatorin, Bestseller-Autorin, Schauspielerin, Sängerin, Künstlerin und Filmproduzentin. Sie zeigt ihre Dokumentarfilme in Schulen und hält Vorträge über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. 2019 erhielt sie dafür das Bundesverdienstkreuz.

Prinzessin Marilyn Douala Manga Bell ist Sozialökonomin und Kuratorin. Sie ist Urenkelin von Rudolf Duala Manga Bell und Mitbegründerin der Kultureinrichtung doual’art in Duala, Kamerun. Für ihre Verdienste um den internationalen Kulturaustausch erhält sie vom Goethe-Institut die offizielle Ehrenmedaille 2021 der Bundesrepublik Deutschland.

Jean-Pierre Félix-Eyoum wurde in Kamerun geboren und arbeitete seit den 1980ern als Sonderschullehrer in Deutschland. Er ist Mitbegründer von Deutschland Postkolonial und setzt sich für die Rehabilitation seines Großonkels Rudolf Duala Manga Bell ein, der 1914 vom deutschen Kolonialregime in Kamerun zu Unrecht hingerichtet wurde.

Henrik Langsdorf arbeitet international in den Bereichen Kunst im öffentlichen Raum, Videoinstallation und Design. Seine Videoinstallation "Ville Fantôme/Kinshasa La Belle" wurde auf der Congo Biennale in Kinshasa gezeigt und war Teil der Lichtinstallationen am Weinberg in Kassel.
Er ist Initiator von Blind Spots in the Sun.

Emilene Wopana Mudimu ist Sozialarbeiterin, Poetry-Künstlerin und politische Aktivistin in den Bereichen Empowerment-Arbeit mit Schwarzen und Anti-Rassismus-Training. Sie hat u.a. für die Konrad-Adenauer-Stiftung, den DGB und das Theater Oberhausen gearbeitet. Außerdem leitet sie "KingzCorner" in Aachen, ein soziokulturelles Zentrum, das Jugendlichen mit Migrationshintergrund Unterstützung bietet.

Moderation:
Aisha Camara arbeitet als freie Moderatorin und PR-Consultant in Frankfurt am Main. Ihre Themenschwerpunkte sind politische Bildung, Rassismus und Feminismus.


Blinds Spots in the Street: Kunst im öffentlichen Raum

Dieses Projekt ist eine Plakataktion, die auf ungenutzten Großwerbeflächen in Kassel stattfindet.
Im ersten Teil wurden in einem Wettbewerb Künstler*Innen, Designer*Innen und Illustrator*innen aufgefordert, Plakatideen zu entwickeln, die auf unkonventionelle Art ein breit gefächertes Publikum an die Themen Kolonialgeschichte und Rassismus heranführen.


Der zweite Teil der Plakataktion heißt Was Wir nicht sehen in Kassel. Hierzu wurden Erfahrungen von Alltagsrassismus, wie er von Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Menschen in Kassel erlebt wird, zeitgleich mit den von der Jury ausgewählten Arbeiten vom ersten Teil von Blinds Spots in the Street plakatiert.


Blind Spots Exposed: Exploring collective memories   

Ausstellung im Herbst 2022

In dieser Gruppenausstellung laufen die verschiedenen Stränge der Interventionen von Blind Spots in the Sun zusammen. Durch Positionen von 4 KünstlerInnen wird untersucht, wie die blinden Flecken in der weißen Mehrheitsgesellschaft in Deutschland angesichts der eigenen Kolonialgeschichte vor allem auf dem afrikanischen Kontinent und des damit zusammenhängenden Anti-Schwarzen-Rassismus in der Gegenwart freigelegt werden können.
Dabei werden Fragen des kollektiven Gedächtnisses und der kulturellen Identität aufgeworfen und es wird auf kritisch-konstruktive Weise der Versuch unternommen, den Diskurs auf eine breitere Ebene bringen.
Unter anderem zu sehen sein werden Arbeiten von Anys Reimann, die auch zu den PreisträgerInnen des Plakatwettbewerbs gehört, Werke aus dem Bilderzyklus “Self Profiling” des sudanesisch-deutschen Künstlers Zaki Al-Maboren, der sich mit Afrodeutschen Lebensgeschichten auseinandersetzt, denen durch rechte Gewalt ein abruptes Ende gesetzt wurden, sowie die Videoinstallation “Rudolf Duala Manga Bell — eine deutsche Geschichte” von Henrik Langsdorf, worin es um eine einzigartige Geschichte des Widerstandes gegen das deutsche Kolonialregime in Kamerun geht.
Ein weiterer und zentraler Teil dieser Ausstellung sind die Plakate von “Blind Spots in the Street”, bestehend aus 16 Arbeiten aus dem internationalen Plakatwettbewerb sowie Plakate der Aktion “Was Wir nicht sehen in Kassel”.

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